Fotoschule-Ruhr
Fotografieren lernen, von der Pike auf.
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Tom!s Tipps

Panorama aus freier Hand

Ein Kreispanorama sollte perfekt zum Horizont ausgerichtet sein. Um die Kamera so präzise auszurichten gibt es einige Tipps, die ich weiter unten erläutern werde.
Sollte die Ausrichtung bei den Panoramaaufnahmen nicht geklappt haben, kann das zu recht komischen Ergebnissen führen. Der Horizont macht dann quasi eine Wellenbewegung, senkrechte Linien kippen, je nach Blickrichtung, im Panorama nach links oder rechts (analog zu "stürzenden Linien"), das ganze Panorama sieht so ziemlich krumm aus.
Das zeigt sich natürlich besonders stark in der interaktiven Wiedergabe (hier als Flash).


Klicken und ziehen Sie bitte im Bild um den schiefen Horizont zu "bewundern".


Diese komische Wiedergabe liegt daran, das bei der Aufnahme die Drehachse nicht senkrecht stand. Dadurch schaut die Kamera in der einen Blickrichtung unter den Horizont, in der anderen darüber.
Das resultierende Bild hat eine wellenförmig abgebildete Horizontlinie.




Bei korrekter Ausrichtung der Kamera müsste das Panorama dagegen eigentlich so aussehen:




Dieser Fehler läasst sich auch nachträglich korrigieren, z.B. mit den kostenlosen "Panorama Tools" (kompliziert), dem kostenlosen "hugin" (einfacher) oder mit "PTGui" (kostet was, ist aber sein Geld wert). Aber die Korrektur bringt einige Nachteile mit sich. Denn es werden an der Bildstelle, an der der Horizont zu tief sitzt, Bildbereiche nach oben geschoben, die oben dann aus dem vom Panorama abgedeckten Bereich heraus wandern.
Und um 180 Grad im Panorama gedreht passiert genau das Gegenteil, hier werden Bereiche nach unten gedrückt. Nach der Operation sieht das dann so aus:




Die schwarzen Flächen können natürlich nicht bleiben. Doch um sie zu füllen fehlt uns Bildinformation, denn statt dieser Bereiche haben wir ja mit der gekippten Kamera den auf der jeweils anderen Seite des Horizontes liegenden Bereich fotografiert.
Uns bleibt nichts anderes übrig, als diese schwarzen Stellen weg zu schneiden. (Vorsicht, das muss von oben und unten aus präzise im gleichen Maß geschehen.)
Durch dieses Korrektur verliert das Panorama also deutlich an vertikaler Ausdehnung, der Betrachter kann nicht mehr soweit nach oben oder unten blicken.
Das Bild wird immer mehr zum "Briefschlitzpanorama".




Damit Sie gar nicht erst solche Korrekturen vornehmen müssen, ist es wichtig, die Bilder von vornherein mit präzise auf den Horizont ausgerichteter Kamera zu fotografieren.
Vom Stativ aus ist die Aufgabe sicherlich lösbar, doch freihändig? (Zur Ausrichtung per Stativ und Kugelkopf finden Sie hier einen Tipp)

Mit etwas Disziplin und einem Trick ist das auch freihändig kein unlösbares Problem.
Nutzen Sie einfach die Autofokusanzeigen Ihrer Kamera. Die mittlere Reihe der Autofokusfelder kann Ihnen helfen, die Kamera entlang der Horizontlinie auszurichten.
Und wenn dann bei einer Drehung nach rechts im linken Autofokusfeld das gleiche Motivdetail zu sehen ist wie im rechten Feld des vorherigen Bildes, haben Sie auch genügend Überlappung zwischen den Bildern. Auf diese Art geben Ihnen die Autofokusfelder zusätzlich zur Horizontausrichtung noch einen Anhaltspunkt für die nötige Drehung zwischen den einzelnen Aufnahmen.


Das rechte Autofokusfeld des linken Bildes deckt sich mit dem Inhalt des linken Autofokusfeldes des mittleren Bildes. Und dessen rechtes Feld passt zum linken Feld des rechten Bildes.

Dieser Tipp stammt aus meinem Buch "100 Tipps zur Digitalfotografie".
''100 Tipps zur Digitalfotografie'' von Tom! Striewisch
(216 Seiten, viele Illustrationen, 14,95 Euro
ISBN: 3869101776)

Panoramafotografie lernen
Tom! Striewisch, von dem auch dieser Tipp stammt, bietet zum Thema Panorama (speziell auch Kugelpanorama) Workshops und Schulungen an. Er produziert schon seit vielen Jahren professionell Panoramen, an dem so gewachsenen Erfahrungsschatz können Sie in den Workshops und Schulungen teilhaben.
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